Functional Training sollte kein Affenzirkus werden

Ist denn der Zirkus in der Stadt?

Diese Frage stellt sich bei functional training vermehrt. Anhänger der klassischen Trainingsphilosophie schmunzeln nur, wenn jemand auf der sogenannten, und vom Studio neu eingerichteten Freestyle-Zone sein Unwesen treibt. Zugegeben, Schiffstaue auf den Boden schlagen, Medizinbälle mit einer Kniebeuge unter die Decke werfen und eine Eisenkugel am Griff in alle möglichen Richtungen zu schwingen sieht wirklich für einen Außenstehenden unglaublich komisch aus. Fast so wie im Zirkus oder auf der Kirmes! Nur ohne Zuckerwatte (weil nicht Paleo 😉 ) und mit mehr Schweiß.

Tutorial Thursday Affenzirkus

Der Zweck heiligt die Mittel

In einem früheren Post bin ich ja bereits kurz auf die Unterschiede in der Zielsetzung und Methodik beim Fitnesstraining eingegangen. Aber hier frage ich erneut: Was ist Dein Ziel und wie ambitioniert bist Du? Trainierst Du nur fürs Gewissen, oder möchtest Du dich in gewissen Bereichen verbessern? Wie oft und mit wie viel Hingabe machst Du dies? Sind Deine Methoden angemessen?

Wie von mir bereits behauptet, ist Functional Training mit dem eigenen Körpergewicht und Kleingeräten für die meisten Menschen unserer Gesellschaft das Mittel der Wahl. Sie wissen es häufig nur noch nicht…. Hat man aber nun für sich seine Trainingsform gefunden, ist es auch legitim, dies mit Hingabe und unter Miteinbeziehung aller gewinnbringenden Übungen und/oder Trainingsgeräten zu tun. Das kann auch mal lustig aussehen. Oder eventuell wie der Hochseilakt auf dem Jahrmarkt.

Professionalisierung

Interessant ist aber auch, dass es zur Zeit eine zunehmende Professionalisierung in dieser Art des Fitnesssportes gibt. Nach den Bodybuildern kommen jetzt die Athleten.

Unter anderem durch den Einzug des sogenannten CrossFit in die weltweite Fitnessbranche wird immer öfter von Athleten gesprochen. Fitness wird nun von Athleten betrieben. Früher war es nur Sportlern der Leichtathletik (befindet sich ja schließlich schon im Namen) oder anderer Individualsportarten vorbehalten sich so zu nennen. Heutzutage ist das anscheinend anders: Selbsternannte Spitzensportler eifern um die Wette und bekommen kein Geld dafür. Nein, sie bezahlen sogar noch! Aber sie sind Athleten… Ihre Trainingspläne, ihre Professionalität, ihre Ausrüstung und Disziplin unterstreichen dies. Und sie trainieren funktionell!

Etwas Respekt bitte!

Wenn Du regelmäßig und sehr häufig trainierst um Deine Leistungen zu verbessern, und wenn Du kontinuierlich und mit Hingabe daran arbeitest Deine Ziele zu erreichen, wenn du bewusst Deinen Körper an seine Grenzen treibst, um diese jedes mal ein wenig zu verschieben, ja DANN darfst Du dich auch einen Athleten nennen! Egal in welchem Sport, egal wie lustig und kurios Deine Übungen aussehen, egal ob für dich alleine oder in der Gruppe, egal ob drinnen oder draußen.

Wenn Unsereins Burpees in einem Tabata-Protokoll runterreißt als wäre es die schönste Erfahrung der Woche (wir wissen alle, dass es nicht so ist) möchten wir auch ein wenig Anerkennung dafür haben. Auch wenn es wie das Balzverhalten der Pavian-Männchen im Zoo aussieht.

Functional Training Fail
Man kann es auch übertreiben. Wieso? Das kannst Du hier lesen

Wenn Du ein Athlet bist…

…dann hast Du wahrscheinlich in paar Dinge zu berücksichtigen. Mit Deinem erhöhten Trainingspensum und der gestiegenen Intensität steigt auch Dein Bedarf. Dein Bedarf an Erholung, Regeneration, Flüssigkeit und Makro- und Mikronährstoffen. Achte darauf, dass du ausreichend komplexe Kohlenhydrate, mindestens 2g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag, und überwiegend ungesättigte Fettsäuren zu Dir nimmst. Auch Dein Bedarf an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen liegt wahrscheinlich höher. Magnesium zum Beispiel: Die verbreitetsten Empfehlungen liegen bei 310 mg bis 400 mg bei Erwachsenen. Lies hierzu mehr im Tutorial Thursday 18.

Außerdem bist Du als Athlet auf qualitativ hochwertiges und zuverlässiges Equipment angewiesen. Nur mit guter Hardware kannst du hart an Dir arbeiten.

Ganz oder gar nicht

Egal ob die Leute schmunzeln oder Dein Training als Affenzirkus bezeichnen. Ja, neue, unbekannte Trainingsmethoden und Übungen sehen nunmal teilweise lustig aus. Aber sie sind auch verdammt effektiv. Ziehe es durch! Und mach es mit Hingabe, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt.

Get functional,
Euer Fabien

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