Testosteron. Was es ist und wie du mehr davon erzeugst.

Wie wichtig ist Testosteron für Dein Training? Sehr wichtig! Nein, ich rede nicht von Doping. Sondern von einem Stoffwechselhormon, welches eine wichtige Rolle im Training einnimmt.
Wieso, das sagt Dir der Tutorial Thursday #35!

Anders als viele Menschen denken, kommt Testosteron sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper vor. Es unterscheidet sich allerdings in Menge und Wirkungsweise.
Bei Testosteron handelt es sich um ein Sexualhormon bestehend aus Androgenen (bestimmte Aminosäuren).

Es wird beim Mann größtenteils im Hoden gebildet und hat unter anderem die Aufgabe, die Spermienproduktion und deren Wachstum anzuregen und zu unterstützen. Es geht also in erster Linie um die Fortpflanzung. Ohne ausreichend Testosteron werden die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale des Mannes nicht ausreichend entwickelt und auch ihre Funktion kann auf Dauer nicht anständig aufrecht erhalten werden. Auch die Körperbehaarung hängt maßgeblich vom Testosteronspiegel ab. Die Frau produziert es in wesentlich geringeren Mengen in den Eierstöcken und in der Nebennierenrinde. Bei ihnen spielt dieses Hormon eher eine untergeordnete Rolle.

Testosteron macht aggressiv

Es gibt durchaus einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Testosteronlevel und Aggressivität. Während er bei Tieren mehrfach nachgewiesen wurde, führt ein hoher Testosteronlevel bei Menschen vor allem zu einer „beeinträchtigten Regulation emotionaler und motivationaler Prozesse, geringerer sozialer Sensibilität und starker Belohnungsmotivation“ (Testosteron bei Wikipedia). Das bedeutet, dass dadurch nicht jeder männliche Homo Sapiens gleich eine Kneipenschlägerei anzetteln möchte. Aber man ist eher dazu geneigt, sich gegen andere durchzusetzen. Und eine gewisse Grundaggressivität hat uns evolutionär betrachtet überleben lassen (survival of the fittest). Wenn ich diesen Effekt jetzt in unsere heutige Zeit projiziere, fallen mir zwei Dinge ein, bei denen mehr Testosteron hilfreich wäre:

1 – im Beruf

Studien haben ergeben, dass Männer mit einem höheren Testosteronspiegel eher Karriere machen. In unserer heutigen Ellenbogengesellschaft haben sie es oft leichter, weil sie eher dazu bereit sind, sich gegen andere durchzusetzen.

2 – beim Sport

Und das ist der Punkt auf den ich in diesem Artikel eigentlich differenzierter eingehen wollte. Unter vielen Kraftsportlern spricht man immer vom sogenannten „Beast Mode“. Einem durch aggressive Einstellung motivierten Gemütszustand, der einen höher, schneller und besser werden lässt. Angeblich!

Oder hat dies wirklich Auswirkungen auf unsere Leistung?

Rein theoretisch schon. Denn Testosteron bewirkt neben den oben genannten Effekten auch Muskelwachstum (durch Einbau von Proteinen) und steigert das Aktivitätsniveau, was bei der Kraftentfaltung behilflich ist. Nicht umsonst wird dieses Hormon häufig als Dopingmittel missbraucht (Stichwort Anabolika). Ebenso beobachtet man etliche Leistungssportler, die sich vor Wettkämpfen oder Belastungen auf die großen Muskelgruppen schlagen. Natürlich fördert es in erster Linie die Durchblutung des Zielgewebes, aber ebenso gibt es ihnen wahrscheinlich das Gefühl, welches King Kong gehabt haben muss, als er auf dem Empire State Building auf seine Brust eingetrommelt hat. Aggressiv und bereit es mit jedem aufzunehmen. Egal ob Gegner im Boxring, die Kugel beim Kugelstoßen oder die Hantelstange beim CrossFit.

Darf’s also etwas mehr Testosteron sein?

Dein Testosteronlevel zu erhöhen, macht für Dein Training also durchaus Sinn. Auf natürlichem Wege meine ich! Testosteron-Doping ist ein großer Eingriff in Deinen natürlichen Hormonhaushalt und kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Und während Frauen durch Testosteron-Missbrauch „männlicher“ werden (vermehrter Haarwuchs, tiefere Stimme), tritt bei Männern das genaue Gegenteil ein (Haarausfall und Unfruchtbarkeit). Ganz davon abgesehen, dass Doping einfach eine erbärmliche Art des Schummelns ist, bei der man sich selbst und andere betrügt. Aber vielleicht verhilft es Dir ja auch zu Höchstleistungen, mit ein paar einfachen Tricks Dein Aggressivitätsniveau zu erhöhen.

  • Versuche an etwas zu denken, das Dich wütend macht
  • Spanne vor der Belastung jeden einzelnen Muskel im Körper an
  • Verpasse Dir leichte bis mittelschwere Schläge auf Oberschenkel-, Gesäß- oder Brustmuskulatur (Schmerzen machen aggressiv)
  • Schreie oder Brülle Dich in Stimmung
  • Höre aggressive Musik, die Dich aufputscht

Du siehst schon, diese Tricks sind alles andere als Doping. Viel eher sind es mentale Tricks, die Dich in die richtige Stimmung versetzen und Dir die bestmögliche Konzentration auf die bevorstehende Herausforderung ermöglichen. Aggression ist ein Teil davon und es ist doch viel besser, überschüssige Aggression an Kettlebells auszulassen, als an seinen Mittrainierenden. Und denk immer daran: ein kleiner Gorilla steckt doch in jedem von uns! Lass ihn ruhig mal raus!

In diesem Sinne,
get functional!
Euer Fabien

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