Train what you suck at

Trainiere Deine Schwächen

Trainiere, was Du schlecht kannst. Was genau heißt das eigentlich? Ich glaube, jeder von uns hat schon einmal den Spruch „Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“ gehört.

Das zu trainieren, in dem man schlecht ist, sollte die oberste Priorität sein, wenn man für einen bestimmten Sport trainiert. Wenn wir unsere Eingangstests machen, schauen wir nach dem schwächsten Glied. Wir müssen das Problem direkt angehen. Wir müssen Dich kontinuierlich an den Punkt bringen, an dem Du nicht mehr abstinkst!

Trainiere Deine Schwächen - Stretching - FuncMove Experts

Ich habe mal mit einem College Football Spieler gearbeitet, der unglaublich athletisch talentiert war. Die 40 yards (37 m) lief er in 4,4 Sekunden, beim vertikalen Sprung schaffte er 107 cm, beim Bankdrücken 200 kg und er konnte bei der Kniebeuge locker ein kleines Einfamilienhaus heben. Man sollte davon ausgehen, dass dieser Kerl ein absolutes Monster war, aber es gab da diese eine Sache, die er einfach nicht konnte. Er konnte sich zum Verrecken nicht lateral bewegen. Wenn er seine Füße aneinander vorbei bewegte, sah er aus wie ein unbeweglicher Klops.

Unser Programm haben wir dann um seine Schwäche herum aufgebaut. Es hat ihn mental und körperlich fertig gemacht. Nach zwei Wochen ist er vom Programm abgewichen und hat nur noch das gemacht, was seinem Ego zuträglich war, also Bankdrücken und Kniebeugen. Es endete damit, dass er ständig die Schule wechselte, weil er einfach nicht spielen durfte, und hatte letztendlich eine unterdurchschnittliche Karriere. Wenn er doch nur daran gearbeitet hätte, was er nur schlecht konnte.

Für uns anderen, die wahrscheinlich nicht dafür trainieren, es in ein Team zu schaffen oder einen Profivertrag zu bekommen, sollte es dennoch auch darum gehen, unsere Schwächen zu bekämpfen. Ich glaube fest daran, dass es große gesundheitliche Vorteile hat, sowohl mental als auch körperlich, wenn man sich großen Herausforderungen stellt und diese erfolgreich bewältigt. Dieses Gefühl, eine Hürde erfolgreich gemeistert zu haben, ist großartig. Denk einmal darüber nach: Was fordert Dich? Was treibt Dich an? An was denkst Du, wo Du das hier liest? Es gibt eine endlose Liste mit Dingen, die nervig und/oder zu schwer sein können, aber das hängt alles zu 100 % von Dir und Deiner Herangehensweise ab. Was immer es also ist, ich fordere Dich heraus, nicht mehr in dem schlecht zu sein, bei dem Du schlecht bist!!!

Trainiere Deine Schwächen - revvll Challenge - FuncMove Experts

Bist Du schlecht bei(m)

  • Sprinten oder Distanzläufen?
  • Körpergewichtstraining? Liegestütze – Klimmzüge – Pistol Squats – Sling Training
  • Krafttraining? Kettebells – Olympisches Gewichtheben – Langhantel – Sandbag – Griffkraft
  • Mobilität oder Stabilität?

Ich denke, Du verstehst, was ich sagen möchte. Wir neigen dazu, die Sachen zu vernachlässigen, die wir nicht gut können. Und ich meine damit nicht, dass jetzt alle Power Cleans (Umsetzen) machen müssen oder einen Marathon laufen sollen. Aber es ist wichtig, sich kontinuierlich zu pushen und sich selbst herauszufordern. Und zwar in Sachen, die für Dich und Dein Training Sinn machen. Versuche mal etwas Neues. Versuche etwas, das Du mal aufgegeben hast. Fordere Dich heraus. Hör nicht mit etwas auf, nur weil Du schlecht darin bist. Hör mit etwas auf, weil es für Dich zu einfach geworden ist, weil Du es gemeistert hast.

Ich fordere Dich heraus: Kniebeugen mit 100 % Deines Körpergewichts. Maximale Widerholungen in 3 Minuten. Wie viele schaffst Du? Schreib es in die Kommentare!

Yours in Health and Performance,
James T. Ferris

1 Antwort
  1. Ben Menges
    Ben Menges says:

    Servus Jim.
    Ja, leider, leider ist dies ein leidiges Thema. Habe in den letzten Monaten sehr viel an der Mobilität gearbeitet. Ein großer Punkt bei mir. Ich bin immer noch recht unterdurchschnittlich (verglichen unter Athleten), aber die Ergebnisse waren super. Irgendwann hat es mir sogar Spaß gemacht mal nicht in jedem Training 110 % zu geben, sondern auch mal an der Mobility zu arbeiten. Foam Roller, Lacrosse-Ball, Superbands etc. haben auch ihren Reiz. Vor allem, da ich nun eine bessere Technik erlernen kann und so auch bessere Ergebnisse in anderen Disziplinen haben werde. Nächste Baustelle: Bodyweighttraining. Dann: Agilität.

    Gruß,
    Ben Menges

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