Tutorial Thursday #20 - Bodybuilding vs Functional Training

Solltest du Bodybuilding betreiben?

Dieses Wochenende findet Mr Olympia zum 50. Mal statt. Passend zu diesem runden Jubiläum kommt der Tutorial Thursday #20.

Bodybuildest du noch oder trainierst du schon?

Gehörst du auch zu den Sportlern, die ihr Hauptaugenmerk auf das äußere Erscheinungsbild legen? Trainierst du nur gezielt einzelne Muskeln im Studio? Misst du regelmäßig deinen Körperfettanteil und verbringst Stunden im Bad, nur weil dort ein Spiegel ist? Oder darf es anstatt der ganzen Körperarchitektur auch mal etwas Funktionalität sein?

Bodybuilding ist ein Sport!

Und zwar ein, wenn professionell betrieben, Hochleistungssport. Was die meisten ambitionierten Fitness-Enthusiasten häufig vergessen. Das gezielte modellieren einzelner sichtbarer Muskeln macht eigentlich nur Sinn, wenn man mit Hilfe seiner Optik wetteifern und Preise gewinnen möchte. Wenn ich also Bodybuilder bin und einem bestimmten Bild von Ästhetik entsprechen möchte. Wieso legen aber so viele Menschen in den Fitnessstudios ihren Fokus genau hier drauf?

Gesellschaftliche Zwänge

Zum einen weil die Gesellschaft es ihnen vorgibt! Frauen müssen aussehen, als ob sie gerade von einem Fotoshooting für die Vogue kommen, und Männer sollten auf jeden Fall möglichst viel von Brad Pitt aus dem Film „Fight Club“ haben. So wird dann schon tagtäglich mit dem Aussehen gewetteifert. Psychologen sprechen zum Beispiel von einem Phänomen, welches sich der „Halo-Effekt“ nennt. Hierbei haben Untersuchungen gezeigt, dass man einer fremden Person automatisch bessere Eigenschaften zuschreibt, wenn diese nett anzusehen ist. Das passt zu unserer schnelllebigen, leistungsorientierten, „schneller, höher, weiter“- Gesellschaft, in der beruflicher und sozialer Erfolg über allem steht. So wird ein fittes Äußeres Mittel zum Zweck. Aber wie steht es um die ‚innere‘ Fitness?

Was ist zweckmäßig?

Ich frage aber: Sollte der Zweck nicht in der alltäglichen Leistungsfähigkeit liegen? Brauchen wir für unsere täglichen Aufgaben nicht eher den ganzen Körper, also alle Muskeln, Sehnen, Bänder und andere Strukturen. Oder hilft ein großer Bizeps, wenn die Wohnung im fünften Stock liegt (natürlich ohne Aufzug)? Kann ich durch noch mehr Bankdrücken auf einmal besser schwere, unhandliche Sachen vom Boden in den Kofferraum des Autos heben? Ich stelle mal eine krass gewagte These auf: NEIN!

Das Problem ist aber, dass Leistungsfähigkeit bis dato immer im Einzelnen betrachtet wurde. Wenn ich starke Beine haben möchte, muss ich den Beinstrecker und den Beinbeuger isoliert trainieren. Demnach hat sich die Fitnessindustrie lediglich an der Anatomie orientiert. Für jeden Muskel gibt es ein eigenes Gerät, in das man sich hinein setzt oder legt, damit der restliche Körper bloß nicht arbeiten muss!

Wir sagen: Für eine allgemeine Fitness, welche den Alltag erleichtern soll, macht dies keinen Sinn. Dann doch lieber frei mit dem eigenen Körpergewicht, freien Gewichten oder anderen Kleingeräten trainieren. Der Körper wird sich auch hierbei optisch verändern. Allerdings zu einem athletischen, leistungsfähigen und alltagstauglicheren Zuhause für eine zufriedene Seele.

In diesem Sinne,
Get functional,
Euer Fabien

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