Instabile Gewichte im Detail erklärt

Ist instabil das Gegenteil von stabil? Oder beschreibt es evtl. etwas ganz anderes?

Dieser Frage widmet sich der heutige Tutorial Thursday. Denn unserer Meinung nach bringt es enorme Vorteile mit instabilen Gewichten zu trainieren!

Crt blackPack Training

Aber was sind überhaupt instabile Gewichte?

Der Definition nach kommt „instabil“ von lat. „instabilis” und bedeutet „ohne festen Stand”. Wie es in unserer deutschen Sprache größtenteils üblich ist, beschreibt man mit Wörtern, denen man a-, un-, in- oder de- vorschiebt, das genaue Gegenteil. Instabil ist also das genaue Gegenteil von stabil, das synonym für fest, unveränderlich oder massiv zu verwenden ist.

Jetzt bezieht sich diese Definition natürlich eher auf den Stand, Untergrund oder die Körperposition. Aber ein Zusatzgewicht oder ein Trainingsgerät können auch instabil sein. Eine Langhantel ist im Vergleich zur Multipresse, und erst recht zum geführten Gerät, wesentlich instabiler. Oder doch eher labil?

Ja genau! An diesem Punkt muss man nämlich noch zwischen zwei Arten von „nicht stabil“ unterscheiden.

Denn wenn ich in einer tiefen Hocke auf einem Gymnastikball eine Wurfbewegung mit einem Medizinball ausführe, ist mein Körper auf sehr „instabilem“ Untergrund. Es kann jeden Moment zum Sturz kommen. „Labil“ beschreibt eher eine Zwischenstufe. Mein Körper wäre zwar leichter aus dem Gleichgewicht zu bringen als bei einem stabilen Stand, jedoch nicht kritisch. Beim einbeinigen Stand (Barfuß) zum Beispiel wäre ich labil, habe aber dennoch ausreichend stabile Kontaktfläche um meinen Körper kontrolliert im Lot zu halten. Addiere ich jetzt zum Beispiel Laufschuhe (Schaumstoff-, Luft- oder Gelsohle), Balancepads etc. habe ich immer weniger Kontrolle und wir bewegen uns in Richtung labil-kritisch, bis hin zu instabil. Man kann sich stabil und instabil also als Punkte auf einer Skala vorstellen, die bei stabil beginnt und dann über labil zu instabil übergeht.

aeroSling Dips Training Sequence

Wenn wir das jetzt auf Gewichte und Trainingsgeräte übertragen, könnten wir vielleicht Langhanteln, Kurzhanteln, Kettlebells, Medizinbälle etc. als labile Zusatzgewichte nennen. Instabil würde es dann durch einen Sandbag oder erst recht durch einen Aquabag werden. Denn ihr Inhalt bewegt sich immer! Selbst wenn ich das Gewicht vermeintlich in einer Position stabilisiert habe, kann es passieren, dass sich Form und Schwerpunkt trotzdem nochmal ändern.

Was bringt mir das jetzt für Vorteile?

Beim Training mit instabilen Gewichten erzielt man enorme Effekte auf die muskuläre Ansteuerung und die inter- und intramuskuläre Koordination. Soll heißen, das zentrale Nervensystem, also die Datenleitungen zwischen Gehirn und ausführendem Organ, lernt schneller und effizienter zu funktionieren. Außerdem verbessert sich die Kommunikation zwischen den einzelnen Muskelfasern und zwischen ganzen Muskeln. Gerade die gelenkumgebende Muskulatur und die stabilisierende Muskulatur des Rumpfes steigern ihre Leistung enorm. All dies dient also unterm Strich der Verbesserung der Haltung und Bewegungsqualität und kann prophylaktisch Fehlbelastungen und Stürzen vorbeugen. Somit werden die wichtigen Strukturen, wie die Wirbelsäule, auf lange Sicht geschützt.

Ein kleiner Booster für Dein Training quasi. Denn keine Wiederholung gleicht der anderen, sodass Du immer neue Reize setzt! Ganz im Sinne von „Variation is King“.

Nives blackPack Training

Auch bei Trainingsgeräten könnte man zwischen stabil, labil und instabil unterscheiden. Eine zweidimensionale Rudermaschine, in der man eine geführte Bewegung macht, wäre zum Beispiel stabil. Übergebeugtes Rudern mit der Langhantel eher labil und Rudern am aeroSling oder übergebeugtes Rudern mit dem blackPack ESY L Set AQUA instabil. Alles hat irgendwo seine Berechtigung auf dem Trainingsmarkt. Es kommt halt – wie immer – auf die Zielsetzung an. Möchtest Du in einer Sportart besser werden, im Alltag widerstandsfähiger sein oder allgemeine Fitness aufbauen, bietet es sich an freie Gewichte und labile bis instabile Geräte zu verwenden. Liegt dein Fokus eher auf Bodybuilding oder musst Du nach einem Unfall gezielt Muskulatur aufbauen, können geführte Geräte und stabile Widerstände Sinn machen. So, da habt ihr es. Ein kurzer Überblick über stabile und instabile Gewichte. Was benutzt Du für Dein Training? Was benutzt Du denn am meisten, stabile, labile oder instabile Gewichte? Welches ist Deine Lieblingsübung und in welche Kategorie fällt sie? Lass es uns wissen im Kommentarbereich!

In diesem Sinne,
get functional!
Euer Fabien

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