Verletzungen im Fußball - aerobis Blog

Verletzungen im Fußball

Fußballspielen ist manchmal so leichtsinnig wie mit geschlossenen Augen bei Rot über die Ampel zu gehen! Ja, ihr habt richtig gehört. Ich, von Hause aus Fußballer und leidenschaftlicher Champions League- und WM-Glotzer, ziehe hart mit dieser Sportart ins Gericht.

Warum ich das tue? Ganz einfach: Weil ich mich nach einer fast vierjährigen Pause wieder dazu entschlossen habe, mit meinen Kumpels von früher jeden Sonntag auf den Ascheplätzen des Fußballverbandes Mittelrhein zu kicken. Der guten alten Zeiten wegen. Doch es ist einfach nicht mehr wie früher.

Verletzungen im Fußball - FuncMoveExperts im aerobis Blog

Die Angst als zwölfter Mann auf dem Platz?

Heutzutage muss ich mich zwangsläufig mit den Benefits und Gefahren dieses Spiels auseinandersetzen. Es ist nunmal leider so, dass ich mittlerweile beruflich auf meine körperliche Unversehrtheit angewiesen bin. Vorbei sind die Zeiten, als man dreimal pro Woche ohne Skrupel in jeden Zweikampf, jedes Kopfballduell und jeden Frontalcrash mit dem gegnerischen Torwart ging.

Die Angst sitzt einem immer unangenehm im Nacken wie die CIA unseren arabischen Mitbürgern!

Was ist, wenn ich mit einer Blutgrätsche von den Beinen geholt werde? Wie groß ist die Gefahr nach einem Kopfball bei der Landung im Sprunggelenk umzuknicken, weil der Gegenspieler mich tackelt? Denn jedes Jahr ereignen sich Rund ein Drittel aller Sportunfälle beim Fußball. Keine andere Sportart bietet solch ein Gefahrenpotential. Man hat es auch in der jüngsten Vergangenheit gesehen, wie schlimm Verletzungen im Fußball sein können: Luke Shaw von Manchester United erleidet beim Champions League-Gruppenspiel einen offenen Schienbeinbruch und Johannes Geis vom FC Schalke 04 tritt seinem Gegenspieler Andre Hahn von Borussia Mönchengladbach so unglücklich auf das Knie, dass dieser mit einem gebrochenen Schienbeinkopf und einem gerissen Außenmeniskus vom Feld getragen werden muss. Beide Spieler haben jetzt mehrere Monate vor sich, in denen sie die harte Rehabilitation durchstehen müssen und gleichzeitig ihrer beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen können.

Verletzungen sind an der Tagesordnung und so gewiss wie das Amen in der Kirche. In der Kreisliga D wahrscheinlich häufiger als in der ersten Bundesliga. Eventuell weil die Amateurkicker aufgrund ihrer körperlichen Fähigkeiten zu langsam reagieren oder zu spät in die Zweikämpfe einsteigen. Der Ball ist dann häufig schon unerreichbar. Der Gegner aber leider noch nicht. Ich behaupte mal: „Sie meinen es oft nicht einmal böse!“

Verletzungen im Fußball - Ball im Stadion

Andererseits könnte man gegenteilig vermuten, dass die Brutalität mit höherem Spielniveau zunimmt. Schließlich geht es bei diesem Sport schon ab der Verbandsliga um ordentlich viel Geld. Da ist die Motivation des Einen oder Anderen wahrscheinlich höher, den Ball um jeden Preis zu ergattern. Denn die Rate für den neuen Porsche Cayenne muss schließlich wieder bezahlt werden. Man weiß es nicht… Ich bin nach wochenlangem Grübeln auch noch nicht zu einer endgültigen Lösung für mein Problem gekommen. Schließlich macht es auch einfach zu viel Spaß mit den Jungs ‘ne ruhige Kugel zu schieben. Das Kribbeln im Bauch vor dem Anpfiff, die Freude bei einem Tor oder einfach nur das Gefühl eine einigermaßen ansehnliche Ballstaffette zustande gebracht zu haben. Pros und Contras halten sich wohl die Waage.

Man braucht keinen Gegenspieler um sich zu verletzen

Jetzt kommt aber der Clou: Rund die Hälfte aller Verletzungen im heutigen Fußball geschehen ohne Einwirkung des Gegners! Hierbei führen muskuläre Verletzungen des Oberschenkels die Statistik an. Dicht gefolgt von Band- und Kapselrupturen an Knie- und Sprunggelenk. Typische Traumata, die aus Überbeanspruchung, mangelnder Beweglichkeit oder falscher Gelenkstellung bei der Landung und/oder bei Lastwechseln entstehen.

Solche Verletzungen lassen sich fast immer vermeiden. Dies ist der Grund, warum Athletiktraining stetig Einzug in den Profisport hält. Andere Sportarten mögen hier bereits Jahre Vorsprung haben, König Fußball bildet aber aufgrund seiner Finanzstärke einen enormen Bedarf an Forschung, Trainingsmethoden und gut ausgebildeten Athletiktrainern. Die Sportler sollen leistungsfähiger, fitter und vor allem verletzungsresistenter werden. Wie man so etwas bewerkstelligt, erfahrt ihr in einem weiteren Blogbeitrag hier auf aerobis.com. Dort lassen wir nämlich Tom Geitner, einen erfahrenen Athletiktrainer und Dozent, zu Wort kommen als Mitglied unserer FuncMoveExperts.

Was kann ich aber tun, wenn ich mich nun schon gezerrt habe?

In solch einem Fall gilt grundsätzlich: Erst einmal Ruhe!

Ein gezerrter Muskel ist im Endeffekt ein Schutzmechanismus des Körpers um schwerwiegenderen Verletzungen vorzubeugen. Bevor die Muskelfaser reißt, verkrampft sie lieber. Wie beim Muskelkrampf können die einzelnen Teile der Faser nicht mehr entspannen und sich längen. Dies geht dann noch zusätzlich einher mit Schmerzen, denn es können auch leichte Rupturen einzelner „Abteile“ der Faser oder der Faszienhülle entstehen.

Verletzungen im Fußball - Dehnen gut oder schlecht?

Früher hat man auf die R-I-C-E–Regel geschworen, diese gilt seit einigen Jahren aber als überholt. Siehe hierzu auch den Tutorial Thursday #12.

Als viel effektiver bei der Behandlung einer Zerrung gelten leichte Bewegung und die Supplementierung von Magnesium.

Wobei leichte Bewegung nicht bedeutet den Muskel in den Schmerz herein zu dehnen. Man sollte also die Brechstange zu Hause lassen, und sich mit leichten Bewegungen an die Schwelle herantasten. Einen leichten Zug zu spüren ist erlaubt, Schmerzen aber sind kontraproduktiv, da hierbei das zentrale Nervensystem direkte Gegenmaßnahmen einleitet. Der Muskel krampft noch mehr und verhärtet sich. Es kann sogar zum Muskelfaserriss kommen.

Magnesium dient in diesem Theaterstück als Cofaktor beim „Loslassen“ der Muskelfasern. Es ist quasi der Ringrichter, der die beiden stark verschwitzten Schwergewichts-Boxer aus dem Clinch trennt.

Die einzelnen Muskelfilamente entspannen sich und der Muskel kann sich wieder längen. Magnesium sollte nach Möglichkeit abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden, da es den Schlaf verbessert und somit die Regeneration generell begünstigt. Siehe hierzu auch den Tutorial Thursday #18.

Unterm Strich zählt also wie bei jeder Verletzung: Geduld ist eine Tugend. Wir wollen zwar alle schnell wieder auf den Platz, aber eine Zerrung braucht lange bis sie komplett ausgeheilt ist. Gibt man ihr diese Zeit nicht, kehrt sie wie Arnold Schwarzenegger in seiner größten Rolle (Terminator) immer wieder zurück. Und irgendwann nervt’s einfach 😉

In diesem Sinne,
get functional!
Euer Fabien

2 Kommentare
  1. Ben Menges
    Ben Menges says:

    Servus Fabien,

    habe letztens auch eine Zahl gehört um wie viel Milliarden unser Gesundheitssystem schlanker wäre ohne Fußball. Hab sie leider vergessen, aber sie war ziemlich hoch. 😀
    Entsprechend müssen wir genau da ansetzen!

    Gruß,
    Ben

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